Montag, 2. November 2026
Plus Trilogie vollendet 08.10.2026 · 13:00

Elmar Peter bewahrt Kirchbergs Geschichte in drei Büchern

Elmar Peter widmet sich in den vergangenen sechs Jahren drei Büchern über die Geschichte seines Heimatortes Kirchberg am Walde. Foto: Sebastian Dangl

Sechs Jahre lang sammelte Elmar Peter Dokumente, Zeitungsberichte und Erinnerungen von Zeitzeugen in Kirchberg am Walde. Nun hat der 74-Jährige seine Buchreihe „Privat Aufzeichnungen über die Altvorderen“ mit dem dritten Band „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ abgeschlossen.

Schon als junger Mensch interessierte sich Elmar Peter für die Geschichte des Waldviertels und besonders für Kirchberg am Walde. Nun hat der 74-Jährige nach sechs Jahren Arbeit seine dreibändige Buchreihe „Privat Aufzeichnungen über die Altvorderen“ abgeschlossen. Im September erschien mit „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ der dritte und letzte Band.

Den Anstoß für das Buchprojekt gaben auch Gespräche mit älteren Kirchbergern und ehemaligen Einwohnern. Viel Wissen über das frühere Leben im Ort werde nur mündlich weitergegeben und drohe damit verloren zu gehen. „Damit das nicht verloren geht, dacht ich mir, ich schreibe es auf“, erzählt Peter.

Sechs Jahre investierte der Kirchberger Pensionist in seine Recherchen. Dabei griff er nicht nur auf alte Dokumente und Zeitungen zurück. Bereits 1993 hatte er lange Gespräche mit älteren Kirchbergern auf Tonband aufgenommen. Viele seiner damaligen Gesprächspartner sind mittlerweile verstorben. Auch Erzählungen aus der eigenen Familie halfen ihm: Sein 1880 geborener Großvater berichtete ihm noch von früheren Zeiten.

Kirchbergs reichhaltige Geschichte dokumentiert

Der erste Band erschien im Herbst 2025 und widmet sich den Besitzern der Kirchberger Häuser Nummer 1 bis 150 von etwa 1780 bis 1950. Peter recherchierte dafür unter anderem in alten Grundbuch- und Kaufunterlagen. Neben den Eigentümern hielt er beispielsweise Berufe, Kaufpreise und Hintergründe von Besitzerwechseln fest.

Im Frühjahr 2026 folgte der zweite Teil mit Beiträgen zur allgemeinen Ortsgeschichte. Im nun erschienenen dritten Band „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ beschäftigt sich Peter unter anderem mit alten Berichten, dem Räuberhauptmann Grasl, dem Vereinswesen, den Kriegsjahren von 1914 bis 1945, Robert Hamerling, der Feuerwehr und dem Elektrizitätswerk. Besonders fasziniert habe ihn bei seinen Recherchen der Aufenthalt der Bourbonen um 1836, als Kirchberg einen Aufschwung erlebt habe.

Das Leben der Kirchberger im Mittelpunkt

Ein klassisches Heimatbuch wollte Elmar Peter ausdrücklich nicht schreiben. „Ich habe in den Vorworten der drei Bücher die Leserschaft darauf hingewiesen, dass dies kein Heimatbuch im herkömmlichen Sinn ist, in dem der Leser mit Hunderten Jahreszahlen sozusagen ‚erschlagen‘ wird“, erklärt der Autor. Vielmehr gehe es ihm um „das Leben, die Sorgen, aber auch die Freuden der Kirchberger, der ‚kleinen Leute‘“.

„Ich will wissen: Wie ist es meinen Leuten vor 100 Jahren gegangen? Was haben die gemacht?“, meint Peter. Die Bücher sollen damit auch Anhaltspunkte für Menschen bieten, die sich für die Geschichte ihrer Familie oder ihres Hauses interessieren.

Die drei Bände erschienen im Eigenverlag in einer Auflage von jeweils 120 Exemplaren. Erhältlich sind sie am Gemeindeamt, bei Peter selbst sowie im Kaufhaus Walenta in Kirchberg am Walde.