Arbeitsmarkt im Bezirk Horn: Junge tun sich schwer
Die angespannte Wirtschaftslage macht sich auch am Arbeitsmarkt im Bezirk Horn bemerkbar. Ende Oktober waren 423 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind um 11,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei Personen unter 25 Jahren liegt das Plus sogar über 40 Prozent.
Ende Oktober waren beim AMS Horn 423 Personen arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres entspricht das einem Anstieg von 45 Personen oder 11,9 Prozent. In Niederösterreich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum um 6,4 Prozent, österreichweit um 1,3 Prozent.
Rechnet man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungen hinzu, befanden sich insgesamt 597 Menschen auf Jobsuche. Das sind um 13,3 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Gleichzeitig sank die Zahl der unselbständig Beschäftigten im Bezirk um 0,8 Prozent auf geschätzte 12.100 Personen.
Arbeitslosenquote bleibt niedrig
Trotz des Anstiegs bei den Arbeitslosenzahlen liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk Horn weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Mit 3,2 Prozent bleibt sie deutlich unter dem niederösterreichischen Wert von 6,6 Prozent sowie dem österreichweiten Durchschnitt von 7,3 Prozent.
Sorgen bereitet dem AMS die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Derzeit sind 38 Personen seit mindestens einem Jahr auf Jobsuche. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 22 Personen. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen arbeitslos gemeldeten Personen beträgt damit rund neun Prozent.
Gesundheitsprobleme erschweren Rückkehr
„Mit Blick auf die schwache Konjunktur sehen wir hier noch keine Trendwende“, sagt AMS-Horn-Geschäftsstellenleiter Ferdinand Schopp. Besonders Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen hätten häufig Schwierigkeiten, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ihr Anteil an den Langzeitarbeitslosen liege bei 53 Prozent.
Gleichzeitig verweist Schopp auf erfolgreiche Vermittlungen: 18 Personen, die bereits mindestens ein Jahr vom AMS Horn betreut wurden, konnten heuer wieder in Beschäftigung vermittelt werden. Fünf von ihnen hatten gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen.
Jugendliche besonders betroffen
Die Arbeitslosigkeit stieg sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Während bei Frauen ein Plus von 10,3 Prozent verzeichnet wurde, lag der Anstieg bei Männern bei 13,2 Prozent.
Besonders stark betroffen sind junge Menschen. Bei den unter 25-Jährigen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 43,5 Prozent. Bei Personen ab 50 Jahren lag das Plus bei 8,8 Prozent, im Haupterwerbsalter bei 6,6 Prozent.
Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage waren Ende Oktober beim AMS Horn 190 offene Stellen gemeldet. Das sind um 10,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Positiv entwickelte sich hingegen der Lehrstellenmarkt: Mit 22 offenen Lehrstellen standen um 15,8 Prozent mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung als im Oktober 2025.