Fütterungsverbot soll Kremser Taubenpopulation dezimieren
Mit einem Fütterungsverbot für ausgewählte öffentliche Bereiche und die bevorstehende Inbetriebnahme Niederösterreichs erstem Taubenschlag schafft die Stadt Krems Voraussetzungen, die Population langfristig zu reduzieren.
Der Kremser Gemeinderat hat ein Taubenfütterungsverbot für ausgewählte öffentliche Bereiche beschlossen, das mit 1. Dezember in Kraft tritt. Kontrollierte Fütterungen bleiben weiterhin erlaubt. Die Maßnahme gilt als wichtiger Schritt für die Umsetzung des betreuten Taubenschlags, der künftig die zentrale Versorgungsstelle für die Tiere werden soll.
FPÖ-Stadtrat Christoph Hofbauer bezeichnete das Verbot als eine der letzten Weichenstellungen für das Projekt. „Nur wenn wir die Futterquellen gezielt steuern, können wir die Tiere dauerhaft an ihren neuen Standort binden und ihre Population langfristig reduzieren“, erklärt der für den Tierschutz zuständige Stadtrat.
Gezielte Versorgung im Taubenschlag
Im Taubenschlag sollen die Tiere artgerechtes Futter sowie geeignete Nistmöglichkeiten erhalten. Die Versorgung wird dadurch von öffentlichen Plätzen an einen kontrollierten Standort verlagert.
Zur Regulierung des Bestandes ist vorgesehen, gelegte Eier gegen Gipsattrappen auszutauschen. Auf diese Weise soll die Population der Stadttauben langfristig sinken. Gleichzeitig erhofft sich die Stadt eine Verringerung der Verschmutzung auf öffentlichen Flächen.
Projekt wird im Land aufmerksam verfolgt
Auch FPÖ-Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz sieht in dem Vorhaben ein Modell mit überregionaler Bedeutung. Das Kremser Konzept verbinde Tierschutz mit den berechtigten Interessen der Bevölkerung. Laut Rosenkranz werde das Projekt „auch auf Landesebene aufmerksam verfolgt“.
Nach Angaben der Landes- und Kommunalpolitikerin gibt es bereits Anfragen aus mehreren Städten, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind und sich für das Modell interessieren.
Verein übernimmt Taubenschlag-Betreuung
Die laufende Betreuung des Taubenschlags übernimmt der Verein Stadttaubenhilfe Krems unter Obfrau Sarah Weninger. Hofbauer bedankte sich ausdrücklich für deren Engagement sowie bei den Mitarbeitern der Stadt Krems und dem Veterinäramt: „Gemeinsam haben wir die Voraussetzungen für eine Lösung geschaffen, von der Mensch und Tier profitieren sollen.“
Ausgangspunkt für die Initiative waren wiederholte Beschwerden über Verschmutzungen durch Tauben und Dohlen. Um nachhaltige und ausgewogene Lösungen zu erarbeiten, setzte die Stadt Krems von Beginn an auf einen breiten Dialog mit allen betroffenen Stellen.
Das Taubenfütterungsverbot sowie das Ausstreuverbot von Futter sollen verhindern, dass sich durch unkontrollierte Fütterung dauerhaft große Taubenansammlungen an öffentlichen Plätzen bilden oder durch ausgestreutes Futter Ratten angelockt werden. Die aktuelle Population im Stadtgebiet wird auf rund 600 geschätzt.
Zonen für Fütterungsverbot sind exakt definiert
Grundlage dafür ist ein fachliches Gutachten von Amtstierarzt Thorben Rahlves. Darin wird festgehalten, dass regelmäßige Fütterungen und hohe Taubendichten sowohl die Tiergesundheit beeinträchtigen als auch hygienische und potenzielle gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung verursachen können. Das Verbot gilt für folgende Bereiche:
Plätze: Bahnhofplatz, Dreifaltigkeitsplatz, Hafnerplatz, PfarrplatzStraßen: gesamte Fußgängerzone Altstadt und an das Parkdeck Ost angrenzenden Gehsteigbereich Parkanlagen: Stadtpark, Eyblpark, WertheimparkDonaubereich: zwischen Mauterner Brücke und Sankt Pöltener Brücke sowie zwischenB 3 und Donau
In Sachen Sauberkeit wurden bereits zusätzliche Maßnahmen gesetzt: Der städtische Wirtschaftshof reinigt den Bahnhofplatz mehrmals wöchentlich mit einer Kehrmaschine.