Montag, 2. November 2026
Infokampagne 23.10.2026 · 08:53

Neues Maskottchen „Polli“ soll Staus auf der S6 reduzieren

Mit solchen Schildern wird auf das richtige Einordnen auf der S6 hingewiesen. Foto: AFINAG

Wer bei einer Fahrstreifenverengung schon hunderte Meter vor dem Nadelöhr die Spur wechselt, sorgt oft genau für das Problem, das er vermeiden will: Stau. Auf der S6 testet die ASFINAG deshalb neue Wege, um das Reißverschluss-System endlich besser funktionieren zu lassen. Helfen soll dabei ausgerechnet ein bekanntes Gesicht: Maskottchen „Polli“.

Wer auf der Semmering Schnellstraße zwischen Neunkirchen und Gloggnitz unterwegs ist, begegnet derzeit einem ungewöhnlichen Verkehrshelfer. Das ASFINAG-Maskottchen „Polli“ erklärt Autofahrerinnen und Autofahrern, wie das Reißverschluss-System richtig funktioniert und warum frühes Einordnen oft kontraproduktiv ist. Hintergrund der Aktion ist ein bekanntes Phänomen: Viele Lenker wechseln bereits weit vor einer Fahrstreifenreduktion auf die durchgehende Spur. Dort stauen sich die Fahrzeuge dicht an dicht, während die auslaufende Spur weitgehend leer bleibt. Kurz vor der Engstelle fehlt dann der Platz zum Einfädeln, der Verkehr stockt oder kommt ganz zum Erliegen.

Polli soll für mehr Gelassenheit sorgen

Die ASFINAG untersucht derzeit drei unterschiedliche Informationsmaßnahmen, die das Einordnen bei Baustellen verbessern sollen. Zwei Varianten mit Zusatztafeln und mobilen elektronischen Anzeigen wurden bereits getestet. Seit 19. Oktober läuft nun die dritte Phase mit „Polli“. Mit Botschaften wie „Bleib entspannt, fahr noch weiter!“ oder „Ein Fahrzeug einordnen lassen!“ setzt das Maskottchen auf einfache und direkte Ansagen. Ziel ist es, die vorhandenen Fahrspuren bis zum Ende auszunutzen und so den Verkehrsfluss zu verbessern.

Messungen liefern die Daten

Die Testphase dauert zwei Wochen. In dieser Zeit wird über eine spezielle Messstelle genau erfasst, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten, ob sich Rückstaus bilden und wie gut das Reißverschluss-System funktioniert. Im Frühjahr soll ein weiterer Testlauf in der Steiermark folgen. Anschließend will die ASFINAG die Ergebnisse vergleichen und jene Variante auswählen, die den größten Effekt auf Verkehrsfluss und Staureduktion bringt.

Reißverschluss heißt: bis vorne fahren

Dabei sind die Regeln eigentlich einfach: Wer auf der endenden Spur unterwegs ist, soll diese bis kurz vor die Einengung nutzen und erst dort blinken und einfädeln. Auf der weiterführenden Spur wiederum sollen Lenker ausreichend Abstand halten, damit ein Fahrzeug einscheren kann. Im Idealfall reiht sich abwechselnd jeweils ein Fahrzeug von jeder Spur ein.

Wichtig: Das Reißverschluss-System ist in Österreich nicht bloß eine Empfehlung, sondern gesetzlich vorgeschrieben.