Montag, 2. November 2026
Klimabilanz vor 4 Stunden

Oktober 2026 war überdurchschnittlich warm und trocken

Viele „goldene“ Herbsttage hatte der abgelaufene Oktober zu bieten. Obwohl das viele Menschen freute, ziehen die Experten von GeoSphere Austria eine weniger erfreuliche Klimabilanz. 2026 könne, wenn sich der Trockenheitstrend weiter fortsetzt, zum trockensten Jahr der Messgeschichte werden. Foto: Ludwig

Der Oktober 2026 in Österreich war geprägt von ungewöhnlicher Wärme und Trockenheit, mit Temperaturen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und einem erheblichen Niederschlagsdefizit. Experten warnen, dass das Jahr 2026 das trockenste in der Messgeschichte werden könnte. Die erste Novemberwoche hat zwar trüb gestartet, im Laufe der Woche kommt allerdings wieder die Sonne durch.

Sieben Tage mit Temperaturen über 25 Grad, viel Sonnenschein und ein durchschnittliches, bundesweites Niederschlagsdefizit von 40 Prozent: Der Oktober 2026 war in ganz Österreich überdurchschnittlich warm und verlängerte die enorme Trockenheit des bisherigen Jahres, wie die Experten der GeoSphere Austria verdeutlichen.

„Gemittelt über den gesamten Monat war der Oktober 2026 um 1,0 Grad wärmer als das Klimamittel 1991 bis 2020. Der heurige Oktober war somit der 27.-wärmste in der mittlerweile 260-jährigen Temperaturzeitreihe“, bilanziert GeoSphere Austria-Klimatologe Alexander Orlik. In einem durchschnittlichen Oktober treten drei Sommertage, also Tage mit Temperaturen von mindestens 25 Grad auf. Im Oktober 2026 verzeichnete man insgesamt sieben Sommertage.

Die höchste Oktobertemperatur wurde heuer in Niederösterreich, genauer gesagt in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) gemessen: Am 1. Oktober wurden dort 27,8 Grad gemessen. Temperaturtiefstwerte gibt es zwei. Der Temperaturtiefstwert im hochalpinen Bereich von -2,6 Grad wurde auf der Rax auf einer Seehöhe von 1.547 Meter am 31. Oktober gemessen. Der Temperaturtiefstwert unter 1.000 Meter, nämlich 7,3 Grad, wurde in Schwarzau im Freiwald (Bezirk Gmünd) auf 788 Meter Seehöhe gemessen.

Auch im Oktober hielt die Trockenheit der letzten Monate an. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn beläuft sich im bundesweiten Flächenmittel nach wie vor auf ein Drittel, informiert Orlik. Sollte es bis zum Jahresende bei einem Defizit von einem Drittel bleiben, dann würde das Jahr 2026 das trockenste Jahr in der Messgeschichte werden, hebt der Klimatologe hervor. In Niederösterreich lag die Niederschlagsabweichung im Oktober gegenüber dem langjährigen Mittel bei minus 45 Prozent. Bei der Sonnenscheindauer wurde in NÖ ein Plus von 32 festgestellt.

Erste Novemberwoche bringt kaum Niederschlag

Dass die erste Novemberwoche gleich einmal mit kalten Temperaturen und trübem Wetter startet, weiß Livio Garofalo, Vorhersagemeteorologe bei GeoSphere Austria. Am ersten November seien bereits die ersten, vereinzelten Schneeflocken auf bis zu 700 Meter gefallen. Das waren allerdings vorerst auch die einzigen Schneeflocken. Für die restliche Woche sei kaum Niederschlag zu erwarten, am Dienstag kann es noch zu schwachen Schauern kommen.

Das trübe Wetter mit tiefen Wolken bleibe in NÖ am Dienstag noch bestehen, „am Mittwoch lockert es nach und nach auf“, sagt Garofalo. Wie stark sich der Nebel hält bzw. wie gut es die Sonne schafft durch die Wolkendecke zu kommen, sei für Mittwoch noch unklar. Am Donnerstag überwiege jedoch das sonnige Wetter, lokale Nebelfelder seien nicht ausgeschlossen. „Am Freitag ist ebenfalls ein wolkenloser Tag mit Sonnenschein möglich. Wenn sich der Nebel doch länger hält, kann aber auch das Gegenteil der Fall sein“, erklärt der Meteorologe.

Was die Temperaturen betrifft, rechnet Garofalo am Dienstag und Mittwoch in der Früh mit Werten zwischen einem und fünf Grad, tagsüber soll das Thermometer auf sechs bis neun Grad steigen. Lockern sich die Wolken auf, werden die Nächte klarer. „Dann können die Temperaturen auch ins Frostige rutschen. Dort wo sich der Nebel hält, wird es ein bisschen wärmer“, sagt Garofalo.