Montag, 2. November 2026
ASK Wilhelmsburg vor 2 Stunden

Rassismus-Vorwürfe: Fußballklub erteilt FPÖ-Politiker Platzverbot

Von einer „alkoholisierten Angelegenheit“ spricht Sozialstadtrat Christian Brenner angesichts der Rassismusvorwürfe. Foto: Philipp Grabner

Der ASK Wilhelmsburg erhebt schwere Vorwürfe gegen Sozialstadtrat und Landtagsabgeordneten Christian Brenner (FPÖ) und erteilt ihm Platzverbot. Bürgermeister Peter Reitzner (SPÖ) spricht von einem „starken und wichtigen Statement“. Brenner entschuldigt sich für sein Verhalten, fordert aber eine „ehrliche“ Darstellung des Vorfalls.

Nach Rassismus-Vorwürfen gegen den Wilhelmsburger Sozialstadtrat Christian Brenner (FPÖ) zieht der ASK Wilhelmsburg Konsequenzen. Der Fußballverein hat dem Kommunalpolitiker, der auch dem NÖ-Landtag angehört, ein Platzverbot für seine Sportanlage ausgesprochen.

Ausgangspunkt ist ein vom Verein geschilderter Vorfall nach dem 6:2-Sieg des ASK gegen Neulengbach am 24. Oktober. Drei Wilhelmsburger Spieler besuchten anschließend ein Lokal in der Stadt. Dort sollen sie nach ihren Schilderungen von Brenner mehrfach rassistisch sowie aufgrund einer ihnen zugeschriebenen Religionszugehörigkeit beleidigt worden sein. Anlass soll ein von den Spielern gewünschtes serbisches Lied gewesen sein, das in dem Lokal abgespielt wurde.

Nach Angaben des ASK bestätigte ein anwesender Kellner gegenüber dem Verein die Schilderungen der Spieler. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme verurteilt der Vorstand die geschilderten Äußerungen und stellt sich geschlossen hinter seine Spieler.

„Niemand darf wegen seiner Herkunft, Sprache oder Religion beleidigt, herabgewürdigt oder ausgegrenzt werden“, hält der Verein fest. Gerade von einem Sozialstadtrat erwarte man einen respektvollen Umgang mit allen Menschen sowie ein klares Bewusstsein für seine Vorbildwirkung. Als Konsequenz sprach der ASK Brenner ein Platzverbot für die Sportanlage aus.

Unter dem Motto „Respekt. Vielfalt. Zusammenhalt.“ verweist der Verein zudem auf seine Grundwerte. Rassismus, Homophobie, Beleidigungen und Gewalt würden beim ASK nicht toleriert. Besonders gegenüber Kindern und Jugendlichen trage der Verein Verantwortung und wolle zeigen, „dass Zusammenhalt auch bedeutet, bei Diskriminierung klar Stellung zu beziehen“.

Bürgermeister Peter Reitzner (SPÖ) bezeichnet die Stellungnahme des ASK gegenüber der NÖN als „starkes und wichtiges Statement“. Die Stadt werde den Vorfall genau prüfen. „Für Rassismus ist in unserer Gemeinschaft kein Platz“, hält Reitzner fest.

So rechtfertigt sich Christian Brenner

Auch Brenner nimmt gegenüber der NÖN zu den Vorwürfen Stellung. „Ich schätze die Arbeit des ASK Wilhelmsburg und weiß, was im Verein geleistet wird. Ich will nicht, dass eine alkoholisierte Angelegenheit, an der ich nicht alleine beteiligt war, jetzt auf dem Rücken des Vereins ausgetragen wird“, erklärt der Sozialstadtrat.

Brenner entschuldigt sich für sein Verhalten, stellt die Darstellung des Geschehens allerdings teilweise infrage: „Ich stehe deshalb nicht an, mich für mein Verhalten zu entschuldigen. Gleichzeitig wünsche ich mir von Seiten des Vereins und den betroffenen Spielern, dass man die ganze Sache ehrlich schildert.“

In dieser Nacht seien laut Brenner mehrere Personen aufgrund ihres Verhaltens aus dem Lokal verwiesen worden. Er selbst habe nicht dazugehört. „Mit dem Vereinsvorstand bin ich in Kontakt und habe eine persönliche Aussprache angeboten, auch mit den betroffenen Spielern“, erklärt Brenner.

Auf der Wilhelmsburger Sportanlage hat Christian Brenner aktuell Platzverbot Foto: Wolfgang Wallner