Montag, 2. November 2026
Extremsport 31.10.2026 · 06:00

35 Mal von Mistelbach nach Laa: Dieses Trio überzeugte bei Ausdauer-WM

Drei LAC Harlekin-Laufasse vertraten Österreich bei der Backyard-Ultra-Team-WM und liefen dabei knapp 900 Kilometer.

Mistelbacher Trio bei der Backyard-Ultra-Team-WM: Kathrin Polke, Eva-Maria Putz und Bernhard Herzog (von links). Foto: privat

Können Sie sich vorstellen, in einem Wettkampf 35 Mal von Mistelbach nach Laa zu laufen? Oder von der Bezirkshauptstadt zum schiefen Turm von Pisa? Nein? Dann sind sie sicher nicht der Einzige. Aber Kathrin Polke, Eva-Maria Putz und Bernhard Herzog, alle drei vom LAC Harlekin Mistelbach, taten genau das. Sie vertraten mit zwölf anderen Athleten Österreich bei der Backyard-Ultra-Team-Weltmeisterschaft, die heuer in Salzburg stattfand, und spulten 133 Runden à 6,7 Kilometer ab, was zusammengezählt 891 (!) km bedeuteten.

Um was ging es eigentlich? Bei diesem Event stellt jedes Land ein 15-köpfiges Team. Gelaufen wurde zeitgleich im jeweiligen Heimatland nach denselben Regeln: Zu jeder vollen Stunde starten die Athleten auf eine 6,7 km lange Runde, den sogenannten „Yard“. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis nur noch eine Person übrig ist. Um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit gingen 992 Läufern aus 67 Ländern in ihren ersten Yard – inklusive des Mistelbacher Trios.

Der Austragungsort für Team Österreich war das Strandbad in Seekirchen mit Blick auf den Wallersee. Dieses verwandelte sich im Vorfeld in eine kleine Zeltstadt, wo sich die Betreuer vor Wind und Wetter schützen und die Läufer sich zwischen den Runden kurz erholen konnten.

Persönliche Bestmarke und zweimal unter die Top-Ten

Das nutzte den Sportlern, denn Österreichs Läufer übertrafen schnell die eigenen Erwartungen, die 200km-Grenze war „schnell“ geknackt. Nach und nach mussten die ersten Teammitglieder das Rennen dann aber beenden - zumeist aufgrund lädierter Gelenke oder Sehnen. Auch bei Putz machte schließlich die (von Anfang an nicht ganz fitte) Achillessehne einen Strich durch die Rechnung. Nichtsdestotrotz konnte sie ihre persönliche Bestmarke um fünf Runden auf 37 erhöhen und erreichte damit sensationelle 248 Kilometer.

Nach 48 Stunden - also exakt zwei Tage nach Beginn des Events - beschlossen Polke und Herzog, ihr Rennen nach jeweils 321 Kilometer gemeinsam zu beenden. „Es war ein lässiger Wettkampf, am Ende hat uns die 48-Stunden-Marke schon noch gereizt“, meinte Polke, die aber ohne große Vorgaben in diesen Bewerb ging: „Unser Mindset war eher so, dass wir keine konkreten Ziele benennen, weil das dann im Wettbewerb nicht so gut ist, vor allem, wenn du dann besser unterwegs bist als erwartet.“ Wie bei Polke und Co., die neue persönliche Bestmarken aufstellten.

Am Ende waren nur sieben rot-weiß-rote Athleten besser, ausdauerndster Mann wurde Stefan Wilfinger mit 75 Yards, bei den Frauen spulte Angelika Huemer-Toff 52 Yards ab. Österreich erreichte damit am Ende mit 605 Yards und über 4000 Kilometern Platz 17 in der Nationenwertung und steht damit neun Ränge höher als bei der letzten Austragung 2024.

Energiewahnsinn: 17.000 Kalorien und über 30 Liter

Um zu verdeutlichen, von welchen Anstrengungen wir da reden: Bei Herzog verbrauchte in diesem Bewerb ca. 17.000 Kalorien und 31 (!) Liter Flüssigkeit. Polke und Putz waren da deutlich ökonomischer mit „nur“ ca. 8000 kcal und 17l bzw. 4500kcal und 7,5l.

Dennoch meinte Polke abschließend: „So einen Backyard im Team zu laufen, ist eine einzigartige Erfahrung, die so richtig Spaß macht. Vor allem, weil man gemeinsam Probleme lösen kann, die garantiert irgendwann einmal auftauchen werden (lacht).“