Montag, 2. November 2026
Allerheiligen 28.10.2026 · 21:15

Schon 5.500 Einäscherungen im heurigen Jahr in Innermanzing

Bei der FEBA Feuerbestattung in Innermanzing werden jährlich über 5.000 Einäscherungen durchgeführt. Foto: FEBA

Zu Allerheiligen gedenken wir der Toten. Bei den Bestattungsweisen ändert sich einiges. Feuerbestattungen werden immer häufiger.

Die Anzahl der Feuerbestattungen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Diese Entwicklung bestätigt Eva Kleiner von FEBA Feuerbestattungen. Das Unternehmen wurde 2018 im Gewerbegebiet in Neustift-Innermanzing gegründet. Zum ersten Ofen kam im Jahr 2024 ein zweiter Ofen dazu. Anfangs war die Erweiterung eher als Reserve gedacht, erzählt Eva Kleiner: „Jetzt ist der zweite Ofen genauso wie der erste Ofen unter der Woche jeden Tag in Betrieb.“

5.500 Einäscherungen wurden im heurigen Jahr schon im Krematorium in Innermanzing durchgeführt. „Die Technik ist sehr modern. Wir sind Klima-Aktiv-Betrieb“, wird seitens FEBA betont. Immer mehr Menschen würden sich eine umweltbewusste Bestattung wünschen. Diesen Wunsch unterstütze man gern. Man setzt auf umweltschonende, energieeffiziente Technik und leistungsstarke Filteranlagen. Bei Führungen kann man die Anlage besichtigen.

Acht Personen sind im Betrieb tätig. Das Familienunternehmen wird von Stefan Kleiner, seiner Tochter Eva und seinem Sohn Phillip Kleiner geführt. FEBA arbeitet mit rund 65 Bestattungsunternehmen in ganz Österreich zusammen.

Erdbestattung im Sarg verliert an Bedeutung

Auch Jörg Bauer, Geschäftsführer von Lichtblick Bestattung mit Standorten in St. Christophen und St. Pölten, bestätigt, dass Feuerbestattungen immer häufiger werden: „Bei Lichtblick lag der Anteil der Feuerbestattungen zuletzt bei rund 65 Prozent. Wir beobachten seit Jahren, dass sich die Einstellung zur Bestattung grundlegend verändert.“ Die klassische Erdbestattung im Sarg verliere zunehmend an Bedeutung.

Auf einen würdevollen Abschied wird aber nach wie vor Wert gelegt: „Die Wünsche werden persönlicher, die Vorstellungen individueller und die Bereitschaft, traditionelle Wege zu verlassen, wird größer.“ Gerade rund um Allerheiligen wird laut Jörg Bauer deutlich, wie sehr sich die Erinnerungskultur verändert. Für viele Menschen bleibt der Friedhof ein wichtiger Ort des Gedenkens. Der Besuch des Grabs bleibe eine wertvolle Tradition.

Baumbestattung als Alternative

Doch immer mehr Grabstellen werden aufgelassen – aus finanziellen und organisatorischen Gründen. „Die Baumbestattung gehört aus unserer Erfahrung zu den gefragtesten Alternativen zur klassischen Friedhofsbestattung“, stellt Jörg Bauer fest. Immer mehr Menschen wünschen sich ihre letzte Ruhestätte in einem Wald, unter einem Baum, umgeben von Natur und fernab traditioneller Friedhofsstrukturen. Erinnerung brauche nicht zwingend einen Grabstein.

Eine weitere Alternative zur Friedhofsbestattung sind Wasserbestattungen. Hier ist die Nachfrage bei Lichtblick Bestattung gleichbleibend. Immer mehr Menschen entscheiden sich laut Bauer dafür, die Urne ihres lieben Verstorbenen zu Hause zu behalten, was unter den jeweils geltenden landesrechtlichen Voraussetzungen und mit den erforderlichen Bewilligungen möglich ist. „Wir sehen darin eine Rückkehr zu etwas sehr Ursprünglichem: Der Tod wird wieder Teil des familiären Lebens, anstatt vollständig an Institutionen und vorgegebene Abläufe ausgelagert zu werden.“