Praxisnahe Lösungen für Bio-Betriebe
Wie machen Bio-Betriebe ihre Wiesen klimafit? In einem Webinar der ARGE NahtürlichBio gab es praxisnahe Lösungen für Trockenheit, Futterknappheit und zukunftsfähige Grünlandbewirtschaftung, u. a. von Lukas Hochwallner aus Bad Traunstein.
Wie können sich Bäuerinnen und Bauern vorbereiten, um künftig besser mit extremen Wetterereignissen und längeren Trockenperioden zurechtzukommen? Mit dieser für die heimische Landwirtschaft immer wichtigeren Frage beschäftigte sich das jüngste Webinar der ARGE NahtürlichBIO vergangene Woche in Kooperation mit Sonnberg Biofleisch.
Rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Vorträge und Praxisberichte rund um das Thema trockenheitsfitte Grünlandbewirtschaftung. Dass Trockenheit längst kein Ausnahmephänomen mehr ist, zeigte Grünlandberater Stefan Bischof von der Landwirtschaftskammer Steiermark eindrucksvoll auf. Grünland zählt zu den wasserbedürftigsten Kulturen der Landwirtschaft.
Gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Widerstandskraft von Wiesen und Weiden zu erhöhen. Dazu zählen etwa ausreichende Futterreserven, ein standortgerechtes Nährstoffmanagement, die Förderung tiefwurzelnder Gräser und Kräuter sowie höhere Schnitthöhen in Trockenphasen. „Regen machen können wir nicht. Aber wir können unsere Grünlandbestände so gestalten, dass sie mit Trockenstress besser umgehen können“, lautete eine zentrale Botschaft des Vortrags.
Warum eine vielfältige Grasnarbe wichtig ist
Wie solche Strategien in der Praxis funktionieren, zeigte Bio-Landwirt und ARGE NahtürlichBIO-Geschäftsführer Lukas Hochwallner aus Bad Traunstein anhand seines eigenen Betriebs. „Hochwachsende Gräser sind dabei gleich in mehrfacher Hinsicht wertvoll. Sie schützen den Boden vor Austrocknung, schaffen ein eigenes Mikroklima und fördern die Wasserspeicherfähigkeit“, so der Bio-Vorreiter. Besonders wichtig sei eine vielfältige Grasnarbe mit unterschiedlichen Arten. Während manche Gräser in Trockenperioden rasch an ihre Grenzen stoßen, bleiben andere Pflanzen länger leistungsfähig und sichern die Futterversorgung.
„Gemischte Bestände sind wie eine Versicherung. In jeder Stresssituation gibt es Arten, die mit den jeweiligen Bedingungen besser zurechtkommen“, so Hochwallner. Darüber hinaus ermöglicht ein konsequentes Weidemanagement eine effiziente Nutzung des vorhandenen Futters. Die Erfahrungen am Biohof Hochwallner zeigen, dass sich diese Maßnahmen nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich auszahlen. Trotz des trockenen Jahres lagen die Ertragseinbußen im heurigen Jahr um die Hälfte unter jenen vieler Vergleichsbetriebe. „Bei rund 20 Kühen spart man sich mit der Weidehaltung bis zu 1.000 Euro pro Monat.“
Steigende Nachfrage nach Bio-Rindfleisch
Einen Blick auf die aktuelle Marktentwicklung warf außerdem der Marktbericht von Thomas Reisinger von Sonnberg Biofleisch. Während die Rindermärkte zuletzt von einem hohen Angebot geprägt waren, blieb der Bio-Rinderpreis auf einem stabilen Niveau. Zusätzliche Chancen eröffnen sich durch die steigende Nachfrage nach Bio-Rindfleisch in Großküchen, der Gemeinschaftsverpflegung und der Gastronomie. Dort gewinnt regionale Bio-Qualität zunehmend an Bedeutung.
Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, dass Bio-Landwirtschaft beim Umgang mit extremen klimatischen Bedingungen eine wichtige Rolle spielt, weil sie praxistaugliche Lösungen zur Verfügung hat, um Betriebe widerstandsfähiger und zukunftsfit zu machen – damit sie ihren wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Österreich auch in Zukunft leisten können.
Mehr Infos unter nahtuerlichbio.at