Montag, 2. November 2026
Plus Petition 21.10.2026 · 06:00

Rettet das Marchfeldgemüse: Über 100.000 haben schon unterschrieben!

Stand Dienstag um 11.15 Uhr: Über 100.000 Mitbürger haben die Petition bereits unterschrieben. Foto: Screenshot

Ein unglaubliches Echo gibt es auf die Online-Petition der Wienerin Irene Lubomersky. Mittlerweile haben über 100.000 Mitbürger diese unterschrieben und fordern die Rettung des Marchfelder Tiefkühlgemüses.

Wie die NÖN exklusiv berichtete, startete Irene Lubomersky am Dienstag der Vorwoche eine Petition im Internet. Mit dieser fordert sie die Bundesregierung sowie die nö. Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass das Gemüse aus dem Marchfeld nach der geplanten Schließung des Groß-Enzersdorfer Ardo-Werks im August 2027 weiterhin in Österreich verarbeitet wird. „Bund und Land müssen ein neues Werk oder einen Zusammenschluss der Bauern finanziell unterstützen“, betont sie.

Lubomersky weiter: „Viele Beschäftigte des Werks würden ihre Arbeit verlieren. Zahlreiche Bauernfamilien wissen nicht, wer ihr Gemüse künftig kauft. Ohne Fabrik in der Nähe lohnt sich der Anbau für viele Bauernfamilien nicht mehr. Dann kommt unser Tiefkühlgemüse bald aus dem Ausland – und eine ganze Region verliert Arbeitsplätze und Einkommen.“

Die Bundes- und die Landesregierung wären in der Lage, dies zu verhindern, so Lubomersky: „Sie könnten Geld für ein neues Werk oder für einen Zusammenschluss der Bauern bereitstellen.“ Und: Je mehr Menschen die Petition, zu finden auf https://mein.aufstehn.at/petitions/weiterhin-tiefkuhlgemuse-aus-dem-marchfeld, unterschreiben, desto weniger könne die Regierung das Thema ignorieren.

Freut sich über die vielen Unterschriften, die die Petition bisher bekam: Gänserndorfs Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Maier. Foto: Schindler

Schwer begeistert von den vielen Unterschriften zeigt sich auch Gänserndorfs Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Maier. „Man sieht, dass die Problematik nicht nur bei der Politik, sondern auch bei den Menschen angekommen ist. Die Resonanz zeigt, wie dramatisch die Bürger die aktuelle Lage beim Marchfeldgemüse sehen“, sagt der Angerner.

Wie geht es jetzt in Bezug auf Ardo weiter? Der belgische Konzern will seine Fabrik in Groß-Enzersdorf bekanntlich nicht verkaufen? „Zuerst muss es eine saubere Auflösung aller Verträge mit Ardo geben. Dann muss eine österreichische Lösung und keinesfalls eine Aktiengesellschaft her“, betont Maier.

Das heißt: Man sucht einen neuen Standort – zum Beispiel das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Leopoldsdorf, wo bereits eine gewisse Infrastruktur vorhanden ist –, treibt Investoren auf und baut ein neues Werk: „Ich präferiere eine Genossenschaft, also einen gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Eine Halle für die Gemüseverarbeitung würde relativ schnell stehen.“

Würde dies bedeuten, dass das Marchfeldgemüse bereits in der nächsten Saison gerettet wäre? „Nein, das geht sich nicht aus. Die kommende Saison wäre auf jeden Fall verloren.“ Könnte man vielleicht 2028 wieder Tiefkühlgemüse produzieren und verarbeiten? „Das bleibt zu hoffen“, so der Bauernkammer-Obmann abschließend.