Montag, 2. November 2026
Plus 40 Jahre Selbsthilfe 01.11.2026 · 09:00

Horn feiert Pionierarbeit im Kampf gegen Krebs

Bei der Jubiläumsfeier der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Horn: Bürgermeister Gerhard Lentschig, Roland Söllner (Vorstandsvorsitzender Dachverband NÖ Selbsthilfe), Obfrau Maria Raith, Hedwig Ecker, Stadträtin Barbara Stark und Pater Michael Hüttl (von links). Foto: Eduard Reininger

Vor 40 Jahren gründeten mutige Frauen in Horn eine Selbsthilfegruppe für Brustkrebspatientinnen und legten damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte. Heute ist die Runde eine feste Institution, die Betroffenen als verlässliche Zweitfamilie dient und mit Austausch, Vorträgen und viel Lachen unterstützt.

Vor 40 Jahren war die Krebs-Nachsorge in etwa so feinfühlig geregelt wie ein Behördenweg im Sommer: Nach der Operation gab es weder Prothesen noch Internet-Foren, dafür den guten alten Ratschlag, zu Hause das Beste daraus zu machen.

Fünf mutige Damen um Gründerin Anna Scholz dachten sich damals in Horn: „Sicher nicht.“ Sie riefen eine Selbsthilfegruppe ins Leben und legten damit den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die nun im Festsaal des Landesklinikums gebührend gefeiert wurde.

Von der Initiative zur Institution

Manche Pionierinnen der ersten Stunde, etwa Theresia Guby, die vor Kurzem ihren 99.Geburtsag feierte, halten dem Verein bis heute die Treue. Aus den anfänglichen Treffen ist eine feste Institution geworden.

Obfrau Maria Raith, die seit zehn Jahren das Zepter führt, und Hedwig Ecker brachten das Erfolgsgeheimnis der rund 20 Stammgäste und 25 Mitglieder pragmatisch auf den Punkt: Neben fachlichem Austausch, Ausflügen und Vorträgen wird vor allem viel gelacht, vorzugsweise bei Kaffee und Jubiläumstorte (gespendet von Ingrid Schalko).

Gemeinschaft trägt durch schwere Zeiten

Über die Jahrzehnte avancierte die Runde für viele Betroffene zur verlässlichen Zweitfamilie. Auch die Ehrengäste zeigten sich von so viel Lebensmut beeindruckt. Bürgermeister Gerhard Lentschig hob die Unverzichtbarkeit des zielentschlossenen Vereins hervor, während Gesundheitsstadträtin Barbara Stark die mitreißende Energie der Frauen lobte.

Roland Söllner vom Dachverband NÖ Selbsthilfe bescheinigte der Runde Professionalität auf höchstem Niveau, und auch der ehemalige Primar Johannes Klobasa sowie Dechant Michael Hüttl erwiesen den engagierten Damen die Ehre.

Treffen im Klinikum stehen allen offen

Die Botschaft des Abends blieb dieselbe wie vor vier Jahrzehnten: Gemeinsam ist man stärker, und gegen Isolation hilft kaum etwas so gut wie echte Gemeinschaft. Wer sich anschließen möchte: Die Treffen stehen Betroffenen wie Angehörigen offen, jeden vierten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Landesklinikum Horn.