Früher Start für Grippe und Co.: Wie man gut durch den Winter kommt
Die Erkältungswelle rollt an, und die Grippewelle könnte heuer vier bis sechs Wochen früher starten als sonst. Karoline Tauchmann, Ärztin aus dem Waldviertel, erklärt, welche Impfungen jetzt sinnvoll sind.
Die Erkältungswelle zieht durch das Land: In der Vorwoche waren rund 45.600 ÖGK-Versicherte in Niederösterreich im Krankenstand. Es dürfte nicht nur bei Schnupfen und Husten bleiben, auch die Grippewelle startet heuer zeitiger. Es gibt erste Anzeichen, dass die Influenzaviren vier bis sechs Wochen früher zirkulieren als üblich und die Welle schon im November an Fahrt aufnehmen könnte.
Karoline Tauchmann, Fachärztin für Allgemein- und Familienmedizin mit einer Ordination in Weitra (Bezirk Gmünd), rät daher zur Vorsorge: Für die kalte Jahreszeit empfiehlt sie die Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken. Für alle Menschen ab 60 Jahren oder Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfiehlt sie auch eine Impfung gegen COVID-19 und RSV.
Auch die ÖGK weist darauf hin, dass Impfungen die einzelne Person vor einer Erkrankung beziehungsweise vor schweren Krankheitsverläufen schützen können. „Gleichzeitig haben sie aber auch eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung, weil sie dazu beitragen können, Infektionsketten und damit die Weitergabe von Erkrankungen zu unterbrechen“, heißt es bei der ÖGK. Im Nationalen Impfplan ist sowohl die Influenza- als auch die Covid-Impfung empfohlen. Empfohlen seien die beiden Impfungen besonders für Personen mit gesundheitlichen Risiken für einen schweren Krankheitsverlauf, deren Kontaktpersonen sowie für Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund von Lebensumständen oder Beruf.
Influenza-Impfstoff kommt verzögert
Gegen die Grippe wurden heuer 240.000 Impfdosen für Niederösterreich bestellt. Rund 130.000 davon sind für Kinder, Jugendliche und Personen ab 60 Jahren bereits in Verteilung. Bei den übrigen Dosen, die für alle Altersgruppen vorgesehen sind, gibt es Lieferverzögerungen beim Hersteller. Sie müssen deshalb doppelt so schnell wie üblich verteilt werden. Der Logistikpartner hat seine Kapazitäten aufgestockt, weshalb das Büro von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) von einer rechtzeitigen Verteilung ausgeht.
Wer sich impfen lassen will, sollte nicht zu lange warten. Der ideale Zeitpunkt liegt laut Tauchmann zwischen Mitte Oktober und Ende November, am besten vor Beginn der Grippewelle. Bis der Impfschutz aufgebaut ist, vergehen etwa zehn bis 14 Tage. Danach hält er rund vier Monate an.
Hausmittel sind allseits beliebt
Bei einer Erkältung können Hausmittel die Beschwerden lindern. Wichtig ist laut Tauchmann vor allem ausreichend zu trinken. Salbei- und Thymiantee können schleimlösend wirken, Honig beruhigt bei Husten. Auch Hühnersuppe wird empfohlen, da ihre Inhaltsstoffe entzündungshemmend wirken. Allerdings sind nicht alle Hausmittel für jeden geeignet: Säuglinge und Kleinkinder unter einem Jahr sollten beispielsweise keinen Honig bekommen.