Montag, 2. November 2026
Kirchberg 28.10.2026 · 06:00

NÖVOG hat neue Bahnstromtechnik-Übungsanlage

Begutachteten die neue Oberleitungs-Übungsanlage: die NÖVOG-Bahnstromtechniker Karl Hofegger (l.) und Patrick Danner (r.) mit NÖVOG-Geschäftsführer Wolfgang Schroll (2. v. l.) sowie FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer (2. v. r.). Foto: NÖVOG/Grojer

Für Bahnstromtechniker der NÖVOG gibt es in Kirchberg an der Pielach künftig eine neue Übungsanlage. So beeinträchtigen Weiterbildungen oder Einarbeitungen künftig den Bahnverkehr der Mariazellerbahn nicht mehr.

Seit 1911 ist die Mariazellerbahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs zwischen St. Pölten und Mariazell. Europaweit ist die Schmalspurbahn eine der ersten vollelektrifizierten Eisenbahnstrecken. Weil die Stromversorgung der eingleisigen Strecke besondere Anforderungen mit sich bringt, wurde nun in Kirchberg an der Pielach investiert: Dort gibt es direkt am Stützpunkt der NÖVOG-Bahnstromtechnik eine neue Übungsanlage.

Die 50 Meter lange Anlage mit zwei Gitter- sowie zwei Hebemasten samt Spitzen-, Rück- und Fahrleitung wurde laut NÖVOG „komplett in Eigenleistung mit Originalbauteilen der Mariazellerbahn“ errichtet. So sollen künftig ohne Sperrpausen entlang der Strecke Bahnstromtechnikerinnen und
-techniker im Zuge ihrer beruflichen Weiterbildung oder Einarbeitung „komplexe Prozesse wie das Maststeigen, Umbauarbeiten an der Fahrleitung oder das Entfernen von umgestürzten Bäumen praktisch üben“ können.

Anlage bietet sichere Trainingsmöglichkeiten

„Unsere Mariazellerbahn ist einfach einzigartig und ihr Betrieb erfordert umfassendes technisches Wissen“, betont Niederösterreichs LH-Stellvertreter und Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ). Durch die neue Anlage könnte das Bahnstromtechnikteam nun „alltägliche Arbeiten an der Oberleitung im sicheren Rahmen trainieren“: „So ist sichergestellt, dass in Störungsfällen schnell gehandelt und der reguläre Bahnbetrieb rasch wieder aufgenommen werden kann“, sagt Landbauer.

Groß ist die Freude auch bei den beiden NÖVOG-Geschäftsführern Wolfgang Schroll und Michael Hasenöhrl: „Im Sinne von 'Training on the Job' und Sicherheit am Arbeitsplatz ist mit der neuen Oberleitungs-Übugnsanlage ein praxisorientierter Ausbildungsplan für Mitarbeiter der Bahnstromtechnik möglich. Neue Mitarbeiter werden von erfahrenen Kollegen eingeschult, wodurch die Wissensweitergabe über Generationen noch einfacher möglich ist.“

Auch externes Interesse an neuer Anlage

Auch externe Interessenten gebe es bereits, verraten Schroll und Hasenöhrl, die außerdem betonen: „Wir bedanken uns bei den Kollegen der Bahnstromtechnik, die diese einzigartige Übungsanlage nach vielen Stunden der Planung erfolgreich umgesetzt haben.“

Weniger groß wird indessen bald die Freude vieler Pendlerinnen und Pendler sein, welche auf die Mariazellerbahn angewiesen sind: Ab 2. November steht nämlich eine fast dreiwöchige Totalsperre an (die NÖN berichtete):