Marode Infrastruktur als Bremsklotz für Aufstiegsbestrebungen
Acht Vereine aus der Regionalliga Ost nahmen am Zulassungsworkshop der Bundesliga teil. Darunter auch der KSC, der für eine echte Chance auf Profifußball die Hilfe der Stadt braucht.
Praktisch in letzter Minute sagte der Kremser Sportclub vergangene Woche doch noch für den Workshop der Bundesliga zu, der für alle Vereine mit Aufstiegsambitionen verpflichtend ist. Zweitligafußball wird es im Sepp-Doll-Stadion in der nächsten Saison aller Voraussicht nach trotzdem nicht geben: „An unserer Grundeinstellung hat sich nichts geändert. Der Aufstieg ist derzeit nicht realistisch. Wir sind keine Abenteurer“, sagt Präsident Georg Stierschneider. Dennoch sei man der Bundesliga dankbar, so kurzfristig teilnehmen haben zu dürfen. „Das sind wir den Fans, der Mannschaft und den Sponsoren schuldig. Wir haben letztendlich umgedacht und die Gelegenheit wahrgenommen.“
Applaus dafür gab es auch von Trainer Stefan Maierhofer: „Ich finde, es war das richtige Zeichen der Klubführung. Georg Stierschneider hat einen sensationellen Kader zusammengestellt. Sportlich sind wir voll da, einige Spieler haben auf jeden Fall bereits jetzt Zweitliga-Format.“
2. Liga: Eine Million Euro sind mindestens nötig
Woran es in Krems im Hinblick auf die 2. Liga vor allem mangelt, sind Großsponsoren. Als Benchmark für den Profifußball gilt in Österreich ein Budget von zumindest einer Million Euro. Der KSC bewegte sich mit seinem Pool an kleinen und mittelgroßen Unterstützern in den vergangenen Jahren bei rund 500.000 Euro.
Als Schlüsselfaktor für die Gewinnung potenter Geldgeber sieht der Verein die in die Jahre gekommene sportliche Heimstätte: „Wir brauchen eine entsprechende Infrastruktur, um uns weiterzuentwickeln und mehr Gelder zu lukrieren. Dann könnte auch die Vision Bundesliga früher oder später Wirklichkeit werden“, meint Vizepräsident Christian Russegger, der auf die Hilfe des Eigentümers, der Stadt Krems hofft: „Das haben wir, glaube ich, auch verdient. Wir sind in guten Gesprächen. Bürgermeister Peter Molnar und Sportstadträtin Bernadette Laister bringen uns große Wertschätzung entgegen. Sie wissen, dass der KSC die Stadt gut repräsentiert.“
KSC hat Pläne für seine Infrastruktur
Konkrete Problemzonen sieht der Verein in der Haupttribüne, der Kantine und dem VIP-Club: „Da gibt es nicht einmal eine Heizung“, schildert Russegger. „Wir arbeiten gut, sind sehr kreativ, drehen jeden Cent zweimal um. Doch das Thema Stadion müssen wir in naher Zukunft gemeinsam angehen.“ Dass die Zeiten wirtschaftlich herausfordernd sind und nicht alles auf einmal geschehen kann, sei dem KSC bewusst. „An einer neuen Tribüne wird man trotzdem nicht vorbeikommen“, meint Russegger. Konkrete Pläne würden bereits in der Schublade liegen.