Montag, 2. November 2026
Spiele-Tipp 01.11.2026 · 17:00

Ein Spieletest bei dem der Blitz einschlägt

Foto: Christian Huber

Mit Restaurants, Karaokelokalen oder Spielhallen steigt man in „Lightning City: Tokyo“ in die japanische Unterhaltungsindustrie ein. Richtig spannend wird es, wenn der Blitz in den Wolkenkratzer einschlägt. Christian Huber von den BrettspielWölfen hat das im Roll & Write-Spiel getestet.

Wir reisen, mal wieder, spielerisch in die Ferne. Unser Flugzeug landet sanft in der drittgrößten Metropole der Welt, in Tokyo. Doch Urlaub ist diesmal nicht angesagt. In diesem Roll & Write-Spiel versuchen wir groß in die Unterhaltungs- und Freizeitindustrie einzusteigen.

Zu Beginn des Spiels legen wir vier Wertungskarten aus, für jede Art beziehungsweise Farbe eine. Es gibt hier Restaurants, Karaokelokale, Shops und Spielhallen. Jeder Spieler erhält noch ein Spielblatt und eine Auftragskarte, welche er während des Spiels verdeckt hält. Beim Spielblatt muss darauf Acht gegeben werden, welche Seite ihr nehmt. Es gibt die Tagseite A und die Nachtseite B. Diese unterscheiden sich nur geringfügig.

Schließlich beginnt ihr in der Bauphase mit dem Würfeln. Hier habt ihr vier Raumwürfel, welche für die Restaurants, Spielhallen usw. stehen, einen weißen Würfel, den man als Joker verwenden kann, und schließlich noch einen leicht größeren Farbwürfel.

Nach dem Würfeln wird zuerst einer der Würfel beiseitegelegt. Welcher das ist, zeigt der Farbwürfel an. Anschließend legt ihr die restlichen vier Würfel auf die Würfelkarte. Das erleichtert euch das Auswählen der Würfel und Zeichnen der Symbole.

Jede Spalte ist eine Hausnummer

Auf eurem Spielblatt befinden sich neun Spalten, in denen ihr im Verlauf des Spiels die unterschiedlichen Symbole einzeichnet. Jeder Spalte ist auch eine Hausnummer zugeordnet und jeweils drei Spalten bilden einen Bezirk Tokyos.

Ihr sucht euch nun zwei Würfel auf der Würfelkarte aus. Die Summe der beiden gibt euch vor, an welcher Hausnummer ihr euren Wolkenkratzer in die Höhe ziehen möchtet. Jeder Spieler darf andere zwei Würfel benützen. Behaltet dabei immer die Wertungskarten beziehungsweise auch eure geheime Auftragskarte im Blick, um am Ende mit euren Mitspielern konkurrieren zu können.

Gewitter brauen sich zusammen

Nach dem Einzeichnen eurer Symbole folgt die sogenannte Gewitterphase. Dabei werden zwei beliebige Würfel geworfen und die Summe der Augenzahlen gibt vor, wo sich ein Gewitter zusammenzubrauen beginnt. Wird diese Zahl zum ersten Mal in einer Gewitterphase gewürfelt, müssen die Spieler, jeder auf seinem Blatt, die Wolke oben auf der jeweiligen Spalte ausmalen.

Wurde die Wolke aber bereits ausgemalt, schlägt dort der Blitz ein. Gut für jene Spieler, welche bereits ein Dach gebaut haben, denn der Blitz schlägt nur auf dem Dach ein. Ist dort noch kein Dach gebaut worden, zieht man einen Strich von der Wolke bis ganz hinunter, auch durch etwaige Symbole hindurch. Passiert dies, darf man eines dieser Symbole auf einen der restlichen Wolkenkratzer obendrauf bauen, beziehungsweise damit einen beginnen.

Diese Gewitterphasen bestimmen letztlich auch, wie lange eine Partie dauert. Schlägt ein Blitz zum ersten Mal an einer Stelle ein, werden zwei Felder am Rundenzähler weggestrichen. Neun Felder gibt es und hat es bereits einmal an dieser Stelle geblitzt, dann nur ein Feld. Das Spiel dauert also mindestens neun Runden und im optimalen Fall geht das Spiel über 17 Runden.

Wird das letzte Feld gestrichen, endet die Partie und anhand eurer Wertungskarten bestimmt ihr eure Punkte in allen Kategorien.

Der Spieler mit den meisten Punkten wird zum Immobilienkaiser erklärt.

Fazit: Wieder einmal ein nettes Roll & Write-Spiel. Mit dem Aussuchen und den Farben der Würfel kommen ein wenig „Ganz schön Clever“-Vibes auf. Bei welcher Farbe man welches Symbol zeichnet, hat man bald intus beziehungsweise zeigt einem das die Würfelkarte an. Der Mechanismus, welcher jede Runde einen der Würfel aus dem Spiel nimmt, gefällt mir gut. Auch, dass die Summe von zweien der Würfel vorgibt, an welcher Stelle man bauen und welche zwei Symbole man einzeichnen darf, finde ich sehr clever.

Dass das Spiel über eine nicht genau definierte Anzahl Runden geht, finde ich auch toll. Man ist in jeder der Gewitterphasen gespannt, welchen Wolkenkratzer es wohl diesmal treffen wird und zuweilen hofft man inständig, dass genau diese oder jene Zahl nicht gewürfelt wird. Hat es einen dann doch einmal erwischt und alle Symbole in diesem Hochhaus sind dahin, darf man zumindest eines der Symbole noch retten, indem wir es in einer anderen Spalte eintragen dürfen.

Schließlich lässt sich „Lightning City: Tokyo“ auch sehr fein solo spielen. Man versucht einfach, immer cleverer zu bauen und seinen Highscore damit in die Höhe zu treiben.

Insgesamt ein cooles Spiel für jedermann. Lightning City: Tokyo erhält von mir kulturell-donnerwetterhafte 7 von 10 Punkten.

Christian Huber stellt im zweiwöchentlichen Rhythmus neue Spiele vor, die bei den Spieleabenden und -nachmittagen der Brettspielwölfe ausprobiert werden können. Foto: Nadja Straubinger

SpieleSpektakel feiert bald Jubiläum

In Kürze steigt die Jubiläumsausgabe des SpieleSpektakels. Neben „Lightning City: Tokyo“ können Kinder, Familien, Viel- und Kennerspieler viele weitere neue Spiele testen. Der Verein BrettSpielWölfe lädt zum ultimativen Spielen am 14. und 15. November in den Saal der Begegnung. Mit den Einnahmen aus Tombola und einem Teil der Verkäufe vom Brettspielflohmarkt unterstützen wir dieses Jahr den Verein „Menschen in Not - Engel helfen“. Nähere Infos bekommt auf der Website, Facebook und Instagram.