Montag, 2. November 2026
Plus Frauenhofner Straße 30.10.2026 · 11:30

Tulln: Anrainer kritisieren Baustellenmanagement

Chaos im Baustellenmanagement orten die Anrainer rund um Peter Prinz (Zweiter von links) kritisieren den Umgang der Stadt mit ihren Ressourcen. Foto: Angelika Grabler

Nicht nur, dass die Baustelle schon empfindlich länger dauert als den Anwohnerinnen und Anwohnern angekündigt, fallen außerdem vermeintliche Planungsfehler ins Auge. Die Stadtgemeinde erklärt die längere Dauer mit zusätzlichen Arbeiten.

Das Wort „Schildbürgerstreich“ fällt mehrmals beim Lokalaugenschein der NÖN in der Tullner Frauenhofner Straße. „Am Dienstag“, erzählt Anrainer Peter Prinz, „haben sie Randsteine rund um einen Baum gesetzt. Am Donnerstag haben die Arbeiter sie wieder rausgenommen und neu positioniert“. Eine Aktion, die nicht nur Prinz nicht verständlich ist.

Weitere Kritik der Anrainer, die sich spontan vor Ort treffen: Die Information rund um die Baustelle, die nun schon um einiges länger dauert als ursprünglich angekündigt. Sie befürchten zusätzlich, dass ihnen in den nächsten Jahren eine weitere Baustelle ins Haus steht: „Die Wasserleitung ist alt“, sagt Prinz. Seit Wochen kann keiner der Nachbarn mit dem Auto zum Haus zufahren, Einkäufe nach Hause bringen wird für einige, die schlecht zu Fuß sind, zur Qual. Das Damoklesschwert, diese Erfahrung in absehbarer Zeit wieder durchleben zu müssen, macht die Nachbarschaft unrund.

Stadtgemeinde: „Nochmaliges Aufgraben vermeiden“

Die Stadtgemeinde Tulln hat alle Anrainerinnen und Anrainer aus dem Umfeld der Frauenhofner Straße bereits im September informiert, dass die Arbeiten an dieser Baustelle bis Mitte November dauern werden, betonen die Verantwortungsträger.

Der Grund: Die Unternehmen Kabelplus und Netz NÖ meldeten nach Beginn der Arbeiten ihr Interesse an, die Baustelle zu nützen, um eine Leerverrohrung für Glasfaserleitungen unterzubringen. „Wir (die Stadtgemeinde Tulln) standen vor der Wahl, das gleich mitzuerledigen oder die Straße termingerecht provisorisch wiederherzustellen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufreißen zu müssen. Letzteres wäre einem Schildbürgerstreich gleichgekommen“, bemüht auch ein Sprecher der Stadt Tulln das sprachliche Bild.

„Die bis 15. November 2026 verlängerte Baustellendauer werden wir wiederum nützen, um auch die Kreuzungen Robert-Stolz-Straße/Frauenhofer Straße sowie Robert-Stolz-Straße/Professor-Grossmann-Straße/Carl-Michael-Ziehrer-Gasse sinnvoll umzugestalten. Damit erzielen wir nebenbei eine Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesen Bereichen“, so die Intention.

Die Wasserleitung sei kein Thema, der Zustand sehr gut, „es bestand daher weder aus technischen noch aus wirtschaftlichen Überlegungen Anlass, sie jetzt oder in absehbarer Zeit auszutauschen“, beruhigt die Stadt.

Bedingungen für Bäume verbessern

„Was die angebliche „heute so, morgen anders Rabatte/Gehsteige“ angeht: Das stimmt so nicht“, protestiert die Stadtgemeinde. Die Erklärung aus der Stadtverwaltung: Beim Abbruch der bestehenden Betonrinne für die alte Straßenentwässerung mussten auch die angrenzenden Einfassungen der Grünflächen berücksichtigt werden. Einige der vorhandenen Randsteine konnten beim Abbruch nicht ohne Schäden erhalten werden. Eine Sanierung wäre mit hohem Aufwand verbunden gewesen, hätte die Lebensdauer aber nur um drei bis fünf Jahre verlängert. Daher wurde aus technischen und wirtschaftlichen Gründen entschieden, die betroffenen Randsteine zu entfernen und fachgerecht neu zu setzen.

Diese Arbeiten wurden gleichzeitig genutzt, um die Grünflächen – soweit möglich – etwas zu vergrößern, was auch die Bedingungen für die bestehenden Bäume verbessert. Schon vor Beginn der Bauarbeiten sei klar gewesen, dass sich erst beim Abbruch genau zeigen werde, welche Bauteile sinnvoll saniert werden können und wo eine Erneuerung die bessere Lösung sei. Es handle sich daher nicht um eine Planänderung. Das Motto der Stadt, von Anfang an: „Bestehende Bauteile werden kostengünstig saniert, wenn dies technisch sinnvoll ist. Andernfalls werden sie wirtschaftlich und zweckmäßig erneuert.“