Montag, 2. November 2026
Nachruf 30.10.2026 · 19:17

Trauer um den Waldviertler Historiker Robert Kurij

Robert Kurij verstarb im 67. Lebensjahr. Foto: Bestattung Weißkirchner GmbH

Der gebürtige Waidhofner Robert Kurij arbeitete die Geschichte der Stadt Groß-Siegharts auf und wirkte auch an der NÖ Landesbibliothek und war leitend an der Entstehung historischer Ausstellungen mitbeteiligt.

Großer Trauer herrscht in Groß-Siegharts um den im 67. Lebensjahr verstorbenen Robert Kurij. Er war als Stadthistoriker verantwortlich für den Aufbau des Archivs der Stadt und seine umfangreichen Publikationen zur Geschichte der Region.

Robert Kurij wurde am 26. September 1959 in Waidhofen/Thaya geboren und wuchs als drittes Kind von Marianne und Robert Kurij am landwirtschaftlichen Hof in Ellends auf. Von 1965 bis 1969 besuchte er die Volksschule in Blumau/Wild.

Anschließend trat er in das Bundesrealgymnasium Waidhofen/Thaya ein, wo er 1978 die Matura ablegte. Im selben Jahr begann er an der Universität Wien das Studium Geschichte im Hauptfach, im Nebenfach Politikwissenschaft, Soziologie sowie Rechts- und Verfassungslehre. Bei Universitätsprofessor Adam Wandruszka verfasste er seine Diplomarbeit über „Prinz Eugen als Privatmann“. Diese Arbeit wurde auf Grund der guten Beurteilung an die großen Bibliotheken geschickt und zur Benutzung ausgestellt.

Nach dem Erreichen des „Magisteriums“ begann er sein Doktoratsstudium Geschichte, legte sämtliche vorgeschriebenen Prüfungen mit „sehr gut“ ab und schrieb bei Universitätsprofessor Dieter Bihl seine Dissertation über „Die politische Situation im nördlichen Niederösterreich 1938 – 1945“. Auch seine Doktorarbeit stufte man mit „sehr gut“ ein, mit demselben Resultat bestand er auch die abschließenden Rigorosen.

An verschiedenen Dienststellen als Historiker tätig

Nach Beendigung seines Studiums sollte Robert Kurij auf Empfehlung einiger Professoren die Universitätslaufbahn einschlagen. Durch den Tod des Institutsvorstandes Professor Lutz 1986 musste er, da ihm nun die entsprechende Unterstützung fehlte, seine Pläne ändern. In den nachfolgenden Jahren war Kurij im Rahmen mehrerer zeitlich begrenzter Projektverträge an verschiedenen Dienststellen als Historiker tätig, so auch an der NÖ-Landesbibliothek und als persönlicher Mitarbeiter von Universitätsprofessor Karl Gutkas, der Leiter der Schul- und Kulturverwaltung St. Pölten war.

Dabei war Kurij leitend am Entstehen zahlreicher historischer Ausstellungen wie „100 Jahre SPÖ-Niederösterreich“ und „1938/1988 - 50 Jahre Hitlereinmarsch in Niederösterreich“ mitbeteiligt und gestaltete maßgeblich die Vorbereitungsarbeiten am Chronik- und Bildteil der umfangreichen „Landeschronik Niederösterreich“.

Robert Kurij begann mit Aufbau des Groß-Sieghartser Stadtarchivs

In der Folge wirkte Robert Kurij als Stadthistoriker in Groß-Siegharts, seiner engeren Heimat, wo er mit dem Aufbau des Stadtarchivs begann, sowie die örtlichen historischen Verhältnisse in Form von vielen zum Teil umfangreichen Büchern und Publikationen aufarbeitete.

Seine Bücher über Groß-Siegharts verfasste er stets als Darstellung der örtlichen Geschichte im Zusammenhang mit den großen überregionalen Ereignissen. Mit Buchpräsentationen seiner wissenschaftlichen Fachbücher begeisterte er die Menschen mit seiner Fähigkeit, die geschichtlichen und politischen Zusammenhänge vorzutragen und zu erklären.

Bereits 1987 wurde seine Dissertation in Buchform veröffentlicht und im Waldviertel weiten Bevölkerungskreisen vorgestellt. Immer standen bei ihm der Mensch und sein Schicksal im Mittelpunkt, weshalb er auch viele Interviews mit Zeitzeugen führte.

Natur und Wald als Kraftspender

Als er 2018 erkrankte, waren stundenlange fachliche Gespräche über Geschichte, Sport und Musik oft sein einziges Fenster zu Außenwelt. Seine Lebenspartnerin Ilse, die ihm bis zu seinem Tod liebevoll zur Seite stand, seine Verwandten und engeren Freunde unterstützen ihn in dieser schweren Zeit.

Robert Kurij liebte den Wald und die Natur. Dort schöpfte er trotz seiner schweren Krankheit auch zuletzt noch Kraft und Freude in kreativer Gartenarbeit. Immer war er ein geselliger und positiver Mensch, der andere glücklich machte.

Robert Kurij wird am 7. November ab 13 Uhr in der Pfarrkirche Blumau/Wild aufgebahrt. Das Begräbnis findet um 14 Uhr statt.