Montag, 2. November 2026
Plus HTL Krems 23.10.2026 · 10:30

Cybertour informierte Jugendliche über digitale Risiken

Christoph Jarich (Haus der Digitalisierung), Philipp Leonhardsberger (Militärisches Cyberzentrum), Florian Stanek, Alexander Mestl und HTL-Direktor Andreas Prinz. Foto: Ecoplus Digital

Die Tour „Wer lenkt die Likes?“ machte an der HTL Krems Halt und rückte aktuelle Cyberbedrohungen, Desinformation sowie die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt. 112 Schülerinnen und Schüler nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Tour des Hauses der Digitalisierung und des Österreichischen Bundesheeres gastierte an der HTL Krems. Im Rahmen der Initiative „Wer lenkt die Likes?“ informierte Philipp Leonhardsberger vom Militärischen Cyberzentrum über Entwicklungen im digitalen Informationsraum.

Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte er, wie sich Cyberbedrohungen verändern und wie gezielte Informationsbeeinflussung funktioniert. Dabei wurde aufgezeigt, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und staatliche Einrichtungen haben können.

Cyberangriffe und Informationskriege

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf aktuellen Herausforderungen im Bereich der Cyber-Sicherheit. Leonhardsberger erläuterte die Rolle geopolitischer Konflikte sowie staatlicher und staatsnaher Akteure bei Cyberangriffen. Besonders Angriffe auf kritische Infrastruktur würden zeigen, wie verwundbar digitale Systeme sein können. Zugleich wurde deutlich, dass Cyberkriminalität nicht nur Unternehmen oder Behörden betrifft. Auch Privatpersonen seien zunehmend Ziel digitaler Angriffe und müssten sich mit den Risiken auseinandersetzen.

Breiten Raum nahm das Thema Künstliche Intelligenz ein. Die Teilnehmenden erfuhren, wie KI bei der Abwehr von Cyberangriffen eingesetzt werden kann. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Technologie neue Möglichkeiten für Cyberkriminelle. Von täuschend echt wirkenden Video- und Tonfälschungen bis hin zu automatisierten Angriffen reichten die Beispiele, die die aktuellen Herausforderungen verdeutlichten. Darüber hinaus erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Aufgaben des Österreichischen Bundesheeres und des Militärischen Cyberzentrums im Bereich der gesamtstaatlichen Cyber-Sicherheit.

Fake News immer schwieriger erkennbar

Ein weiterer Schwerpunkt war die Verbreitung von Desinformation im Internet. Anhand praxisnaher Beispiele wurde gezeigt, wie Fake News entstehen und sich verbreiten. Moderne Technologien würden es zudem immer schwieriger machen, manipulierte Inhalte zu erkennen.

Besonders Deepfakes, Bot-Farmen und der gezielte Einsatz von Memes spielen laut Vortragenden eine immer größere Rolle bei der Beeinflussung von Meinungen im digitalen Raum. Zum Abschluss wurden verschiedene Berufs- und Karrieremöglichkeiten im Bereich IT-Security vorgestellt. Für die Schülerinnen und Schüler der HTL Krems mit den Schwerpunkten Informatik und Medizininformatik bot dies einen Einblick in potenzielle Berufsfelder.