Montag, 2. November 2026
Neue Bearbeitungsgebühr vor 6 Stunden

2 Euro pro Artikel: Online-Bestellen wird nun noch einmal teurer

Wer häufig bei Temu, Shein oder AliExpress bestellt, muss sich erneut auf höhere Kosten beim Online-Shopping einstellen (Symbolbild). Foto: Shutterstock/Audio und werbung

Shopping bei Temu, Shein und Co. dürfte künftig mehr kosten. Seit November gilt eine neue EU-Gebühr für Sendungen aus Drittstaaten. WKNÖ-Experte Alexander Smuk geht davon aus, dass diese an die Kundinnen und Kunden weitergegeben wird. Er hofft, dass dadurch wieder mehr bei europäischen Händlern gekauft wird.

Wer häufig bei Temu, Shein oder AliExpress bestellt, muss sich erneut auf höhere Kosten beim Online-Shopping einstellen: Nachdem im Oktober die nationale Paketsteuer in Kraft getreten war, gilt seit 1. November nun auch eine neue EU-weite Bearbeitungsgebühr für Sendungen aus Drittstaaten. Verrechnet werden den Händlern zwei Euro pro Artikel. Für jede Sendung werden also mindestens zwei Euro mehr fällig.

Während die Wirtschaftskammer die nationale Paketsteuer kritisch sieht, unterstützt sie die neue EU-Regelung. „Das ist begrüßenswert. Es geht darum, Billigst-Sendungen aus Asien einzudämmen“, sagt Alexander Smuk, Obmann des Versand-, Internet- und Allgemeinen Handels in der WKNÖ. Die EU verfolgt mit der neuen Abgabe zudem das Ziel, die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Online-Handel zu decken, die etwa durch die Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr entstehen.

Bearbeitungsgebühr dürfte an Kundinnen und Kunden weitergegeben werden

Wie die Händler im Detail mit der neuen Bearbeitungsgebühr umgehen, ist laut Smuk wenige Stunden nach Inkrafttreten der Maßnahme noch unklar. Er geht jedoch davon aus, dass die Mehrkosten zumindest teilweise an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. „Wir hoffen, dass der Konsument dadurch wieder stärker auf den europäischen Handel setzt und genauer überlegt, was er bezieht“, sagt Smuk.

Zudem rechnet der WKNÖ-Vertreter mit Umgehungsstrategien der asiatischen Marktplätze. So sei etwa zu erwarten, dass Billiganbieter verstärkt Lager in EU-Staaten errichten, um die Regelung zu umgehen.

Post rechnet mit Rückgang bei den Paket-Mengen

Die Österreichische Post rechnet aufgrund der zuletzt gesetzten Maßnahmen gegen die Paketflut jedenfalls mit einem Rückgang der Sendungsmengen. Die Rede ist von „einem gewissen Dämpfer des Wachstums im zweiten Halbjahr“, wie wir hier berichtet haben. Auf das Gesamtjahr gerechnet, erwartet die Post dennoch einen neuerlichen Rekord bei den zugestellten Paketen.

Nicht zu verwechseln mit der nationalen Paketsteuer

Die neue Bearbeitungsgebühr ist Teil eines Maßnahmenpakets gegen die rasant steigende Zahl von Paketen aus Drittstaaten. Bereits seit 1. Juli gilt ein pauschaler Zoll von drei Euro für Sendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro. Davon zu unterscheiden ist die nationale Paketsteuer, die seit Oktober in Kraft ist und Bestellungen bei großen Online-Plattformen um 2,40 Euro pro Päckchen verteuert. Alle Details dazu haben wir hier zusammengefasst.