Christbäume in NÖ: Gute Qualität, junge Bäume sind vertrocknet
Ab Mitte November gibt es bereits die ersten Christbäume zu kaufen. Niederösterreichs Christbaumproduzentinnen und -produzenten stehen also derzeit in den Startlöchern für die diesjährige Ernte. Die Rekord-Trockenheit im Sommer habe sich nicht auf die Qualität der großen Bäume ausgewirkt, jedoch sind 90 Prozent der heuer gepflanzten Setzlinge vertrocknet. Pro Jahr verlassen rund 1,1 Millionen Christbäume Niederösterreichs Christbaumhöfe.
Bunt gefärbte Wälder, der Wechsel zwischen Herbstsonne und Regenschauern und viel zu tun im Berufsalltag: Für viele Landsleute beginnt mit Ende der Herbstferien wieder eine stressige Zeit, bevor das Jahr zu Ende geht. An Weihnachten, die vermeintlich ruhigste Zeit im Jahr, denken aktuell noch nicht viele Menschen. Wer allerdings das ganze Jahr über mit dem Weihnachtsfest konfrontiert ist, sind die niederösterreichischen Christbaumbäuerinnen und Christbaumbauern.
Mitte November geht es los und die ersten NÖ Christbäume werden geerntet, weiß Josef Reithner, der Obmann der Arbeitsgemeinschaft der NÖ Christbaumproduzenten. Reithner führt selbst einen Christbaumhof in Maria Laach am Jauerling (Bezirk Krems-Land) und weiß, womit die rund 280 Christbaumbauern in NÖ aktuell beschäftigt sind. „Aktuell stehen wir in den Startlöchern für die Ernte. Maschinen werden noch gewartet, alles wird vorbereitet, dass die Ernte reibungslos abläuft“, erklärt Reithner. Auch die Anmeldung bei den Christbaum-Verkaufsständen müsse überprüft werden, damit zu Saisonstart keine bösen Überraschungen drohen.
Die ersten Bäume werden bereits in der zweiten Novemberwoche geerntet. „In manchen Großmärkten, wie zum Beispiel, Bellaflora, Lutz oder Hornbach, werden ab der dritten Novemberwoche Christbäume verkauft, deshalb müssen wir teilweise schon so früh anfangen zu ernten“, sagt Reithner. Öffentliche Verkaufsstände in Wien und Niederösterreich öffnen meist erst um den 12. Dezember. „Der Trend geht aber dahin, dass die Menschen ihren Baum schon in der Vorweihnachtszeit aufstellen, deshalb starten viele Bauern bereits am ersten Adventwochenende mit dem Privatverkauf“, meint Reithner. Weil ein Baum nach der Ernte noch geschnitten, ausgeputzt, eingepackt und transportiert werden muss, müssen die Bäuerinnen und Bauern entsprechend früh mit der Ernte beginnen.
Verluste von Jungpflanzen können durch unterschiedliche Baumgrößen ausgeglichen werden
Die Qualität der Bäume, die noch heuer die NÖ Wohnzimmer schmücken werden, sei gut. Die Trockenheit, mit der fast alle landwirtschaftlichen Sparten heuer zu kämpfen hatten, habe den größeren bzw. länger gesetzten Bäumen nichts angetan. Nordmanntannen, jene Bäume, die in NÖ vorwiegend als Christbäume zum Einsatz kommen, seien sogenannte „Herzwurzler“. „Sie verfügen über eine große Wurzelmasse und haben dadurch eine höhere Chance, an Wasser zu gelangen“, erklärt Reithner. Setzlinge, die im Frühjahr 2025 gepflanzt wurden, verfügen auch jetzt schon über ein Wurzelwachstum von 20 Zentimeter nach unten, was dazu geführt hat, dass auch sie die Trockenheit überlebt haben.
Jene Setzlinge, die die Christbaumbauern heuer im Frühjahr gepflanzt haben, haben es großteils allerdings nicht geschafft. 90 Prozent der Bäume, die heuer gesetzt wurden, sind vertrocknet und müssen noch einmal nachgesetzt werden, weiß Reithner. Vom Einpflanzen bis zur Ernte vergehen je nach Größe des „fertigen“ Christbaums bis zu 10 Jahre. „Dass die neuen Setzlinge jetzt vertrocknet sind, bedeutet aber nicht, dass wir in zehn Jahren keine Christbäume haben werden“, betont Reithner.
Ein Teil der Setzlinge werde bei günstigen Bedingungen noch heuer nachgepflanzt, jener Teil, den man verloren hat, könne durch unterschiedliche Baumgrößen in den nächsten Jahren ausgeglichen werden. „Durch die vertrockneten Setzlinge haben wir Bauern hauptsächlich einen finanziellen Schaden erlitten. Außerdem kommt der doppelte Arbeitsaufwand dazu“.
Niederschlag während der Ernte erschwert die Bedingungen
Generell müsse man als Christbaumbauer „weit nach vorne planen“, sagt Reithner. Viele Christbaumbauern seien das ganze Jahr über mit den Bäumen beschäftigt. Trotz der Rekordtrockenheit im Sommer 2026 sei das Christbaumjahr bisher relativ normal verlaufen. „Obwohl wir uns im Sommer den Niederschlag gewünscht haben, wünschen wir uns jetzt, für die nächsten Wochen, dass es während der Ernte nicht regnet. Das erschwert die Erntebedingungen, weil die Bäume durch den Regen viel schwerer werden“, erklärt der Obmann der NÖ Christbaumbauern.