Waldviertel-Derby: Joker Ritter schießt Waidhofen zum Sieg
Waidhofen entscheidet das Derby bei Schrems mit 1:0 für sich. Adam Ritter trifft nach seiner Einwechslung zum Goldtor. In der Nachspielzeit verhindert nur die Stange den späten Schremser Ausgleich.
Schrems - Waidhofen/Thaya 0:1. Beide Mannschaften waren mit Fragezeichen in das Derby gegangen. Waidhofen hatte zuletzt zweimal in Folge verloren, stand in der Tabelle aber deutlich besser da als Schrems. Der Absteiger war nach dem Auftaktsieg in der Meisterschaft sieglos geblieben. Die Verunsicherung war beiden Teams in der Anfangsphase anzumerken. Sicherheit hatte Vorrang, das Spiel war von viel Ballgeschiebe und wenigen riskanten Aktionen geprägt.Burger und Grünstäudl lassen die Führung liegen
Obwohl Waidhofen gefühlt zwei Drittel des Ballbesitzes hatte, gehörte die erste Großchance den Hausherren. Felix Burger setzte sich auf der rechten Seite durch und kam zum Abschluss aufs kurze Eck. Waidhofens Schlussmann Patrik Duba lenkte den Ball an die Stange und verhinderte damit den Rückstand (7.).
Auf der Gegenseite bot sich Nico Grünstäudl die beste Möglichkeit der Gäste. Er zog von links in den Strafraum, scheiterte aber am herausstürmenden Schremser Torhüter Alexander Ruso. In der Mitte hätte Robin Spielhofer völlig freistehend auf den Ball gewartet (22.). So blieb es zur Pause beim torlosen Remis.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Schrems etwas mutiger und hielt das Geschehen im Mittelfeld offener. In der 51. Minute tankte sich Andreas Fuger durch, ehe Waidhofens Kapitän Michael Mejta im letzten Moment eingriff. Ansonsten blieben die großen Höhepunkte aus. Das Derby schien auf ein torloses Unentschieden zuzusteuern.
Joker Ritter sticht sofort
Dann schlug Waidhofen doch noch zu. In der 75. Minute kombinierten sich die Gäste über die linke Seite nach vorne. Fabian Ehn bediente Grünstäudl, der sich im Laufduell durchsetzte und scharf zur Mitte spielte. Zunächst verpassten mehrere Spieler die Hereingabe, doch Adam Ritter kam aus dem Rückraum und schob überlegt zum 1:0 ein. Der Tscheche war erst fünf Minuten zuvor eingewechselt worden.
Waidhofens Trainer Andreas Bachhofner-Wurm hatte mit seinem Wechsel ein glückliches Händchen bewiesen: „Er war unter der Woche krank, konnte nicht trainieren. Wir wussten, dass es nur für 15 bis 20 Minuten reicht. Manchmal hast du als Trainer einfach Glück.“
Nur eine Minute später hätte Marcel Rogner für die Vorentscheidung sorgen können. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld lief er aus zentraler Position alleine auf Ruso zu und hob den Ball am herauskommenden Schlussmann vorbei. Der Versuch strich allerdings um Haaresbreite am Tor vorbei.
Ruso wird beinahe erneut zum Helden
Damit blieb Schrems bis zum Schluss im Spiel. Und beinahe hätte ausgerechnet Torhüter Ruso erneut für einen späten Punktgewinn gesorgt. Schon beim 3:3 gegen Purgstall hatte der Schlussmann in der Nachspielzeit per Kopf getroffen. Diesmal rückte er bei einem Corner in der fünften Minute der Nachspielzeit mit nach vorne und donnerte den Ball an die Stange. Der mögliche Ausgleich blieb aus, gleich darauf war Schluss.
Bachhofner-Wurm sah seine Mannschaft insgesamt verdient als Sieger: „Ich denke, dass es über die gesamte Spielzeit gesehen ein verdienter Sieg von uns war. Schrems stand sehr tief, damit haben wir uns schwergetan. Wir hatten gefühlt 70 Prozent Ballbesitz. Nach der Pause kam Schrems auf, wurde aber nicht richtig gefährlich.“
Weniger zufrieden zeigte sich Michael Scherzer, Sportlicher Leiter des ASV Schrems: „Es war von beiden Seiten ein sehr schwaches Spiel, das nicht landesligawürdig war. Sicher auch den Ausfällen geschuldet. Am Ende war Waidhofen die glücklichere Mannschaft. Sie haben den Angriff, der zum Tor führte, schön fertig gespielt.“
Statistik:
ASV SCHREMS - SV WAIDHOFEN/THAYA 0:1 (0:0).Tor: 0:1 (75.) Ritter.Gelbe Karten: Fritz (35. Unsportlichkeit), Dorr (70. Unsportlichkeit), Zeilhofer (80. Kritik); Hölzl (77. Unsportlichkeit).Schrems: Ruso; Steindl, Haider, Deptula, Enzo Malonga (50. Zimmermann); Gwen Malonga (45. Gerstbauer), Dorr, Desnica, Fritz (82. Koppensteiner), Fuger; Burger (82. Zahrl).Waidhofen: Duba; Hölzl, Mejta, Past; Grünstäudl (70. Ritter), Ehn, Hajdari, Newald, Rogner, Dundler (84. Gabler); Spielhofer (89. Saritas).Elk-Arena, 600 Zuschauer, SR Viljusic.
Reserven: 3:2 (1:0).- Tore: Hackl (2), Truhlar; Wais (2).
24 Bilder – seitlich wischen